Barlovento
Der fruchtbare Norden um Barlovento. Das größte Wasserreservoir der Insel, Drachenbäume
und Meeresschwimmbecken.
Beinahe übermenschliche Anstrengungen waren früher nötig, um das steile schwierige
Terrain für den Ackerbau urbar zu machen. Dazu kam die isolierte Lage, erst spät
wurde eine Straße in diese entlegene Gegend gebaut. Daher blieb das Land recht dünn
besiedelt.
Doch kostbares Wasser findet man hier. In der Barlovento fällt der meiste Niederschlag
auf der Insel. Kilometerlange Galerien trieb man in den Berg, um das Grundwasser
auch für den Rest der Insel anzuzapfen. Ein Kanal transportiert das Naß bis hinunter
nach Fuencaliente.
La Laguna
In einem der alten Vulkankrater oberhalb von Barlovento, wo sich in regenreichen
Monaten schon früher das Wasser sammelte, aber durch das poröse Gestein wieder versickerte
baute man das größte Wasserreservoir La Palmas mit einem Fassungsvermögen von 5,5
Millionen Kubikmetern. Die Abdichtung besorgte man mit Beton und drumherum stellte
man einen Stacheldrahtzaun auf.
Aber die Palmeros lassen sich von so etwas nicht die Stimmung verderben und errichteten
nebenan eine weitläufige Freizeitanlage mit Camping, Grill- und Spielplätzen und
ein beliebtes Ausflugslokal.
In dem Weiler La Tosca findet man die größte Drachenbaumpopulation der Insel und
einen Aussichtspunkt von dem aus man einen großartigen Blick auf die Nordküste La
Palmas hat.
Dracaena draco
Der Drachenbaum ist in Westafrika und auf den Kanarischen Inseln beheimatet. Er
erreicht eine Höhe von bis zu 20 Metern und einen Umfang von 12 Metern. Der Baum
kann einige hundert Jahre alt werden.
Mythisch-religiöse Bedeutung wird ihm schon von jeher zugeschrieben. Dies geschah
wohl durch die bizarre Form der ausgewachsener Exemplare und das »Drachenblut«:
das Harz des Drachenbaums verfärbt sich an der Luft blutrot und war ein begehrter
Farbstoff, aus dem kostbare Lacke (z.B. für den Geigenbau) hergestellt wurden. Der
Raubbau des Drachenblutes führte dazu, daß die einst zahlreichen Bäume heute nur
noch an entlegenen und schwer zugänglichen Orten im Norden La Palmas anzutreffen
sind.
In etlichen öffentlichen Gärten und Anlagen werden mittlerweile wieder Drachenbäume
angepflanzt. Sie sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen, denn die jungen Bäume
wachsen zunächst unverzweigt mit dickem Stamm und gabeln sich erst nach der ersten
Blüte zu der charakteristischen Schirmkrone.
Beschädigte oder abgebrochene Triebe des Drachenbaums bilden gewöhnlich 2 neue Ableger
aus. Daher rührt vermutlich der Name, denn der Sage nach wachsen einem Drachen,
dem man den Kopf abschlägt, sogleich zwei neue Häupter.
Die Küste
Die Küstenzone ist überzogen mit Bananenplantagen, die wichtigster Wirtschaftsfaktor
der Gemeinde sind. Eine der wenigen Möglichkeiten
zum Baden in dieser Region sind
die Piscinas de La Fajana. Die Meeresschwimmbecken unterschiedlicher Tiefe
und Größe sind nett angelegt. Ein Restaurant stellt die Verköstigung sicher. Parkplätze
sind ausreichend vorhanden.
Im Winter kann der Seegang allerdings oft zu heftig
werden. Baden ist nur bei schönem Wetter und ruhigem Meer zu empfehlen.
Durch die isolierte Lage zu Lande waren die Menschen jahrhundertelang vom Meer abhängig.
In dieser Tradition feiert Barlovento als einzige Gemeinde auf den Kanaren noch
eine »Fiesta Naval«, bei der alle 3 Jahre die
Seeschlacht von Lepanto
nachgestellt wird.
Fotos: el Sur