Fuencaliente
Weinreben und Feuerberge an der Südspitze La Palmas. Die wilde, junge Küste und
die bizarre Vulkanlandschaft, Wein und Kiefernwälder sind die Markenzeichen der
Gemeinde.

Auf dem Vulkan San Antonio. Im Hintergrund Los Canarios, der Hauptort der Gemeinde
Fuencaliente.
Fuencaliente, die »heiße Quelle«, war eine Thermalquelle mit sagenumwobenen heilenden
Eigenschaften. Zu ihrer Zeit war sie weltbekannt, von weit her kam man um Hautkrankheiten,
Rheuma, Lepra, Erkrankungen aller Art zu heilen. Doch als der Vulkan San Antonio
1677 ausbrach, vernichtete er nicht nur wertvolle Ländereien, er begrub auch die
»Heilige Quelle«, wie sie damals genannt wurde, unter sich.
Für die Gemeinde bedeutete das einen Niedergang und Generation für Generation unternahmen
den Versuch die Quelle unter den erstarrten Lavamassen wiederzufinden. Doch um so
mehr die Jahrhunderte vergingen, desto unsicherer war die Kenntnis über die genaue
Lage.
Nach über 300 Jahren, konnte erst 1996 mittels Sonden Thermalwasser registriert
werden. Seit 1999 wird von der Playa Nueva aus einen Stollen zum Quell gegraben.


Blick auf Los Quemados

Weinstöcke am Hang des San Antonio.

Fast schon eine Institution: Bar Parada in Los Canarios.
Der Vulkan San Antonio, der die Zerstörung brachte, hinterließ einen Krater wie
aus dem Bilderbuch und damit heutzutage eine Touristenattraktion. Diesen Umstand
entdeckten auch die lokalen Behörden für sich und errichteten eine kleine Ausstellungshalle
nebst Videovorführung. Der Besuch auf dem Vulkan kostet für Touristen 3,50 Euro
(Stand: 2005), Parkplatz inklusive.
Ein Spaziergang auf dem San Antonio gibt den Blick frei hinunter in den Krater,
wo sich mittlerweile Kanarische Kiefern ansiedelten ? und ein Panorama, das von
Fuencaliente bis zur Südspitze der Insel und dem Vulkan Teneguia reicht.
1971 spuckte der Vulkan Teneguia Feuer und Asche. Der Lavastrom ergoß sich hinunter
zur Küste und drohte den alten Leuchtturm zu verschlingen, kurz davor kam aber die
glühende Masse zum Stillstand. Fromme Palmeros nahmen dies zum Anlaß dort eine kleine
Kapelle zu errichten.
Fast 40 Jahre nach dem Ausbruch ist der Krater an der Oberfläche noch immer bis
zu 200 °C heiß.
Seit Anfang des 16. Jahrhunderts wird in Fuencaliente Wein angebaut. Der erste Ort
wurde nach urkundlichen Erwähnungen im Jahr 1522 gegründet. Der Boden war nur wenig
geeignet für den Anbau von Weizen, schon die ersten Einwohner waren Winzer. Die
Weinstöcke kamen aus Los Llanos, wo man schon seit 1505 Wein kelterte. Ursprünglich
hatte man die Sorten aus Andalusien auf die Insel gebracht, von dort auch Verfahrensweisen
& Technik, wie die Kelter, die Weinpresse und die Fässer aus Holz. Noch heute
ist die Rebsorte Palomino Andaluz am weitesten verbreitet. Eine süße Spezialität
ist der ursprünglich griechische Malvasier, den Shakespeare gern getrunken haben
soll.
Wie eine Tochter des Vulkans ist die Küste von Fuencaliente geprägt von den Lavamassen,
die sich hier einst ins Meer ergossen. Im Spiel der Kräfte bildeten sich kleine
Buchten mit schwarzen Sandstränden. Die Westseite der Küste wird bestimmt von den
Strömen erstarrten Magmas, die Ostseite von hohen, steilen Abhängen. An der Südspitze,
in der Nähe des Leuchtturms, ist die letzte in Betrieb befindliche Saline, in der
Meersalz gewonnen wird.
Kundentipps Essen gehen
- Restaurante Puesta del Sol, Los Quemados 54, Tel. 922 444155
"Der Fisch war ausgezeichnet". - Restaurante La Era, c/ Antonio Paz y Paz 6, Fuencaliente, Tel. 922 444475
"Essen sehr gut, sehr lebendig mit vielen Leuten".