Wie wir über die Urlaubskultur denken
Ein bisschen Theorie
Come together
Die Werbebotschaften verheißen eine neue, glanzvolle Ära. Globales Denken und lokales
Handeln, Völkerfreundschaft und kultureller Wandel. Was uns da aber als Multikultur
und Bereicherung daherkommt, ist eine Mogelpackung.
Con-Fusion
Die Globalisierung & Individualisierung bedeutet nämlich nicht mehr gesellschaftlichen
Reichtum und mehr kulturelle Vielfalt für uns, sondern umgekehrt sollen wir mit
den weltweiten Märkten zurechtkommen und uns dem niedrigsten gemeinsamen Niveau
anpassen: den globalen Markenprodukten.
Kulturelle, historische und gesellschaftliche Merkmale und Besonderheiten können
damit nicht mehr konkurrieren. Es gewinnen Cola & Fastfood, T-Shirt & Jeans,
im Kino läuft nur Hollywood, im Radio nur Leichtverdauliches. »Disneyfication der
Hochkultur« nennen das die »Trendforscher«. Und bald kommen wir selbst auf den Prüfstand:
Sind wir fit genug? Haben wir den richtigen Look? Abhilfe schafft demnächst die
genetische Optimierung.
Tourismus & Entwicklung
Was für den Planeten gilt, gilt erst recht für seine Reisenden. Die weltweiten Urlauber-»paradiese«
ähneln sich bis zur Unkenntlichkeit. Hotels sind Bettenburgen, Restaurants sind
Food-Factories. Clubs gleichen wie ein Ei dem anderen hinter Stacheldraht. Angereichert
durch ein wenig Folklore; produziert ausschließlich für den touristischen Bedarf.
Ausflüge in die »Wildnis« sind sorgsam arrangiert und finden hinter den getönten
Scheiben klimatisierter Reisebusse statt.
Sur real
Bei alldem fehlt die Würze, die Ecken und Kanten, die Vielfalt & das reale Leben.
Und wir möchten sie aufspüren, die Orte, die etwas von ihrem ursprünglichen Charme
behalten haben. Häuser, denen noch Geschichte anhaftet, Menschen die mit ihrer Umgebung
noch verwurzelt sind. Kulturlandschaften, die in Jahrzehnten und Jahrhunderten gewachsen
sind.
Dabei ist uns wichtig, daß der Tourismus nicht kulturimperialistisch und erobernd
daherkommt, sondern behutsam, rücksichtsvoll. Daß Regionen, die auf dem Weltmarkt
nichts mehr zu bieten haben außer buchstäblich sich selbst, sozioökonomisch unterstützt
werden, daß sie Chancen haben ihr Erbe zu erhalten ? und sich aus eigener Kraft
weiterzuentwickeln. Sie können daran teilnehmen und selbst einen wunderbaren Urlaub
erleben:
-
in restaurierten historischen Landhäusern, deren Eigentümer Einheimische sind;
-
in alten Kulturlandschaften - mitten in der Natur, die heute als »strukturschwache
Regionen« gelten;
-
wo man Wert legt auf ökologische und soziale Entwicklung.
Sie finden etwas davon hier.
Kommentare? Schreiben Sie uns: hallo@el-sur.de